Christoph Strässer

15.12.2016

„Jeder verdient eine zweite Chance“ Christoph Strässer diskutierte „Das Versprechen“

Christoph Strässer diskutierte

Das Cinema war am vergangenen Mittwoch fast ausverkauft, als Christoph Strässer zur in Münster einmaligen Kinoveranstaltung des neuen Dokumentarfilms „Das Versprechen – Erste Liebe lebenslänglich“, einlud. 

„Der Fall Jens Söring beschäftigt mich jetzt schon seit vielen Jahren. Zuerst als Mitglied des Menschenrechtsausschusses und Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags und später als Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung. Als der Freundeskreis von Jens Söring auf mich zukam, war ich gerne bereit mein möglichstes zu tun, um ihm zu helfen. Herr Söring sitzt jetzt schon seit 30 Jahren in Haft, für eine Tat, die er sehr wahrscheinlich nicht begangen hat. Zudem wurden bei seinem Verfahren 1985 unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten eklatante Fehler gemacht. Unabhängig von der Frage nach Schuld oder Unschuld hat Jens Söring sich in seiner Haft vorbildlich verhalten. Er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen und verdient meiner Auffassung nach eine zweite Chance. Es wird Zeit, dass er wieder nach Deutschland kommt.“, so Christoph Strässer in der anschließenden Diskussionsrunde mit Jana Bergold vom Freundeskreis Jens Söring.

Der „Fall Jens Söring“ machte Anfang der 1990er-Jahre in der hiesigen Tagespresse Schlagzeilen, denn hier wurde ein deutscher Staatsbürger in den USA für einen Doppelmord angeklagt und zu zweimal lebenslänglich verurteilt. Bis heute beteuert der Sohn eines ehemaligen deutschen Diplomaten allerdings seine Unschuld.