Christoph Strässer

10.08.2016

Integrationsgesetz erleichtert Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt

Christoph Strässer - TafelChristoph Strässer, Bundestagsabgeordneter für Münster

„Mit dem kürzlich in Kraft getretenen Integrationsgesetz sind entscheidende Schritte zu einem besseren Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete geschaffen worden – Fortschritte, die wir sehr begrüßen,“ erklären der Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer und Ratsfrau Petra Seyfferth, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster. „So wurde die sogenannte Vorrangprüfung für drei Jahre ausgesetzt, was bedeutet, dass nicht mehr nachgewiesen werden muss, dass eine Arbeitsstelle nicht durch einen bevorrechtigten Inländer (Deutschen, EU-Bürger etc.) besetzt werden kann und der Geflüchtete zurückstehen muss. Das beseitigt eine wesentliche Barriere in den Arbeitsmarkt“, erklärt Strässer.

 

„Besonders freut mich, dass es für junge Geflüchtete endlich Aufenthaltssicherheit während einer Berufsausbildung und für die Zeit der anschließenden Arbeitsplatzsuche gibt. Niemand in einer Berufsausbildung muss mehr Angst vor einer Abschiebung haben. Ich begrüße das sehr, weil so gerade für junge Menschen der Weg der Integration in den Arbeitsmarkt über Qualifizierung offen steht“, so Seyfferth. Dies sei für Münster auch besonders bedeutsam, da sich unter den Geflüchteten in Münster zur Hälfte Kinder und Jugendliche befänden und zum Beginn des Ausbildungsjahres 2016 in Münster wieder 600 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben seien.

 

Die ebenfalls im Integrationsgesetz formulierten Sanktionsmechanismen sehen die beiden Sozialdemokraten kritisch: „Im Gesetz ist leider auch das Bild vom ‚Integrationsverweigerer‘ gemalt worden. Uns sind solche Geflüchteten bislang noch nicht begegnet. Die, die zu uns gekommen sind, wollen arbeiten, wollen eine Berufsausbildung für ihre Kinder und wollen die Sprache lernen. Das tatsächliche Dilemma sind nicht angeblich integrationsunwillige Geflüchtete, sondern das begrenzte Angebot an entsprechenden Integrationskursen und oftmals fehlendem qualifiziertem Personal für die jeweiligen Kurse“, unterstreichen Strässer und Seyfferth. „Gelingende Integration in die Gesellschaft funktioniert am besten über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Das deckt sich auch mit den Wünschen der Menschen, die zu uns gekommen sind. Das neue Integrationsgesetz ist daher im Wesentlichen ein großer Schritt in die richtige Richtung.“