Christoph Strässer

16.12.2015

Eine Ausbildung für Alle – endlich Klarheit für die Pflege

Über 1.000 Ausbildungsplätze gibt es in Münster für die Pflege von Kindern, Erwachsenen und alten Menschen. Fast alle Altenheime, ambulanten Pflegedienste und alle Krankenhäuser in unserer Stadt bilden aus. Sie tun dies bislang in drei verschiedenen Ausbildungsgängen, zur Altenpflegerin und zur Gesundheits- und Kinderkankenpflegerin. Viele Azubis wollen sich aber nicht schon zu Beginn ihrer Ausbildung festlegen, dass sie später ein ganzes Berufsleben lang nur Menschen einer Altersgruppe pflegen, Kinder, Erwachsene oder Senioren. Daher ist es schon seit langem der Wusch vieler Pflegender endlich zu einer einzigen Berufsausbildung für alle Arbeitsfelder der Pflege zu kommen, um eine Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Arbeits- und Berufsfeldern zu erreichen und die Ausbildung damit auch attraktiver zu machen. Am 27.11.2015 haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) nun einen Gesetzesentwurf zum Pflegeberufsgesetz (PflBG) veröffentlicht, der dieses Ziel in greifbare Nähe bringt. Eine Verabschiedung im Bundestag ist schon für Januar 2016 geplant. „In anderen Ländern Europas ist die Durchlässigkeit in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Pflegeberufe längt selbstverständlich“, erklärt Christoph Strässer, Bundestagsabgeordneter für Münster. „Ich freue mich daher, dass Deutschland mit diesem Gesetzentwurf nun nachzieht. Er bedeutet einen großen Fortschritt für alle beruflich Pflegenden. Auch bei uns in Münster werden Pflegende künftig von der neuen Regelung profitieren können“, so der Münsteraner Bundestagsabgeordnete. „Die Arbeitsgruppe Pflege der SPD Münster fordert seit langem eine Reform der Pflegeausbildung. Sie hat ihre Forderungen stets deutlich und selbstbewusst eingebracht.“ „Wir haben zusammen mit Christoph Strässer den Gesetzgebungsprozess seit langem begleitet und dabei unser Augenmerk vor allem auf die Belange der Auszubildenden in der Pflege gerichtet. Die Gegner dieser sogenannten generalistischen Pflegebildung konnten sich trotz vielfältiger Unterstützung, auch gerade aus dem Münsterland, nicht durchsetzen. Mit der Vorlage des Gesetzesentwurfes ist nun eine zentrale Hürde auf dem Weg zu einer besseren und zukunftsträchtigen Pflege für die 1.000 Pflegeausbildungsplätze in unserer Stadt genommen, aber weitere Aufgaben liegen noch vor uns“, kommentierte Hermann Geusendam-Wode die Sicht der Arbeitsgruppe. Als Schulleiter einer Pflegeschule in Münster, spielt er damit auf die nach dem Gesetzgebungsverfahren notwendige Erarbeitung einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung an, in der der gesamte Ablauf und Inhalt der Ausbildung geregelt sein wird, sowie auf die Klärung offener Finanzierungsfragen, die in jedem Bundesland einzeln beschlossen werden sollen.