Christoph Strässer

27.11.2015

Menschenrechtsbeauftragter Strässer zu drohender Hinrichtung in Iran

„Ich bin schockiert über die Nachricht, dass der zum Tatzeitpunkt 15-jährige Salar Shadizadi morgen hingerichtet werden soll! Erst im August ist seine Hinrichtung in letzter Sekunde ausgesetzt worden. Eine Neuverhandlung seines Falls hat jedoch bis heute nicht stattgefunden“, erklärt Christoph Strässer, Bundestagsabgeordneter und Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe anlässlich der Meldungen über die erneut drohende Hinrichtung des jungen Iraners Salar Shadizadi. „Ich fordere die Verantwortlichen in Iran auf, die Vollstreckung des Todesurteils sofort zu stoppen, das Todesurteil aufzuheben und Salar Shadizadi endlich ein erneutes faires Gerichtsverfahren zu gewähren!“, so der Menschenrechtsbeauftragte. Mit großer Besorgnis sehe ich, dass Iran mehr und mehr Todesurteile vollstreckt und dabei nicht einmal vor der Hinrichtung Minderjähriger zurückschreckt. Dies ist ein eindeutiger Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention, zu deren Einhaltung sich Iran mit Ratifizierung verpflichtet hat.“ Hintergrund: Salar Shadizadi wurde im Februar 2007 verhaftet und im Dezember 2007 wegen Mordes an seinem Freund, der erstochen im Garten der Familie Shadizadi aufgefunden worden sein soll, zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung ist bereits zweimal (im Juli 2013 sowie August 2015) gestoppt worden, sein Todesurteil wurde jedoch stets aufrechterhalten. Erst vor wenigen Wochen wurden in Iran zwei zur Tatzeit Minderjährige hingerichtet.