Christoph Strässer

25.10.2015

Menschenrechtsbeauftragter Strässer zu unmittelbar bevorstehender Hinrichtung in Vietnam

„Ich fordere die vietnamesischen Behörden auf, die Hinrichtung von Le Van Manh auszusetzen und das Verfahren neu aufzurollen. Es bestehen Zweifel an seiner Schuld, die in einem fairen Verfahren überprüft werden müssen. Unabhängig davon fordere ich Vietnam auf, ein allgemeines Moratorium für Todesstrafen zu erlassen. Vietnam ist Mitglied des UN-Menschenrechtsrats und hat zahlreiche UN-Menschenrechtskonventionen unterzeichnet. Es sollte sich der großen Mehrheit der Staaten anschließen und die Todesstrafe endlich ganz abschaffen. Für die Todesstrafe ist im 21. Jahrhundert kein Platz. Die Bunderegierung wird sich auch weiter konsequent für ihre weltweite Abschaffung einsetzen.“ Hintergrund: Le Van Manh wurde 2005 wegen Mordes und Vergewaltigung zum Tode verurteilt. An Schuldspruch und Rechtstaatlichkeit des Strafverfahrens bestehen jedoch Zweifel. Menschenrechtsorganisationen und Presseberichte haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Le Van Manhs Schuld keineswegs bewiesen und das später widerrufene Geständnis unter Folter zustande gekommen sei. Sie fordern eine Neuaufnahme des Verfahrens. Le Van Manh beteuert kontinuierlich seine Unschuld. Nach Schätzungen sitzen derzeit etwa 600 Menschen in Vietnam in der Todeszelle.