Christoph Strässer

31.08.2015

Menschenrechtsbeauftragter besorgt über Angriffe auf zivile Einrichtungen in Jemen

Ich bin bestürzt über die Berichte zu Angriffen auf zivile Einrichtungen in Jemen. Die Zerstörung der zivilen Infrastruktur droht die ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage und unzureichende Versorgung der Bevölkerung noch weiter zu verschärfen. Ich fordere daher alle Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten und von Angriffen auf zivile Einrichtungen abzusehen. Es wird für den Jemen-Konflikt keine militärische Lösung geben. Ich unterstütze weiter den VN-Sondergesandten Ismail Ould Sheikh Ahmed in seinen Bemühungen, eine humanitäre Feuerpause zu erreichen, die bewaffneten Auseinandersetzungen zu beenden und einen politischen Prozess in Gang zu setzen. Hintergrund: Am 31. August kam es in der jemenitischen Stadt Hajja zu einem Angriff auf eine Wasserabfüllfabrik, bei dem nach Berichten etwa 35 Zivilisten ums Leben kamen. Aus verschiedenen jemenitischen Städten wird berichtet, dass gezielt Privathäuser angegriffen und gesprengt werden. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der aktuelle Konflikt bislang über 4.000 Todesopfer gefordert. Die Vereinten Nationen stufen die humanitäre Lage in Jemen als eine der derzeit größten humanitären Krisen weltweit ein.