Christoph Strässer

08.07.2015

Menschenrechtsbeauftragter zur Lage in Jemen

Zur dramatischen Lage in Jemen erklärte Christoph Strässer, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe: "Ich bin bestürzt über die hohe Zahl von zivilen Todesopfern in Jemen. Allein in den vergangenen Tagen kamen bei Angriffen auf zwei Märkte Dutzende von Menschen ums Leben und über 80 wurden verwundet. Die Gesamtzahl der Todesopfer seit Beginn der Luftangriffe am 26. März stieg damit auf über 3.000. Ich unterstütze den VN-Sondergesandten, Ismail Ould Sheikh Ahmed in seinen Bemühungen, eine humanitäre Feuerpause zu vereinbaren. Der Konflikt darf nicht auf dem Rücken der ohnehin schon notleidenden Bevölkerung ausgetragen werden. Der Schutz von Menschenleben muss oberste Priorität genießen. Ich appelliere an die Koalition und alle anderen Konfliktparteien, Zivilisten zu schützen, das Gebot der Verhältnismäßigkeit zu wahren und das humanitäre Völkerrecht zu achten." Seit dem 26. März 2015 führt eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition Luftangriffe auf Stellungen der Huthi-Rebellen in Jemen durch. Der Angriff ist eine Reaktion auf den Vormarsch der Huthi-Rebellen im Land. Bereits dieser forderte eine hohe Zahl an zivilen Opfern. Nach Angaben der Vereinten Nationen hat der aktuelle Konflikt bislang 3.261 Todesopfer und 15.811 Verletzte gefordert. Die Vereinten Nationen haben in dieser Woche die humanitäre Lage in Jemen als eine der derzeit größten humanitären Krisen weltweit eingestuft.