Christoph Strässer

03.07.2015

Humanitärer Notstand in Jemen – Auswärtiges Amt stellt eine weitere Million Euro für Humanitäre Hilfe zur Verfügung

„Angesichts der dramatischen humanitären Lage wurde für Jemen der humanitäre Notstand ausgerufen“, erklärt Christoph Strässer, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, „das Ausmaß des menschlichen Leidens ist kaum vorstellbar: Extreme Armut, Konflikte, Flüchtlingsströme, Hungersnot, Trinkwasserknappheit, Treibstoffmangel, sowie tausende von Fällen des Denguefiebers und anderer Krankheiten – all dies sind Facetten einer der größten humanitären Krisen weltweit. Inzwischen sind 21 Millionen Menschen, das sind 80 Prozent der Bevölkerung, dringend auf Unterstützung der internationalen Gemeinschaft angewiesen. Das Auswärtige Amt hat entschieden, die notleidenden Menschen in Jemen mit einer weiteren Million Euro zu unterstützen. Umgesetzt wird dies über das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Die Unterstützung des Auswärtigen Amts allein in diesem Jahr beläuft sich damit bereits auf 5,8 Millionen Euro“, so Strässer. „Nun gilt es dringend in allen Landesteilen den humanitären Zugang sicherzustellen, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. Ich rufe angesichts der humanitären Notlage alle Konfliktparteien auf, umgehend der von den Vereinten Nationen geforderten humanitären Waffenpause zuzustimmen und diese strikt einzuhalten“, appelliert der Menschenrechtsbeauftragte an die beteiligten Parteien, „der Konflikt darf nicht auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden. Die humanitäre Hilfe muss allen Teilen der notleidenden Bevölkerung zugutekommen, Hilfspersonal und Lieferungen dürfen nicht behindert werden.“ Hintergrund: Die Vereinten Nationen haben in dieser Woche den humanitären Notstand in Jemen ausgerufen. Damit gehört das Land nun zusammen mit Irak, Südsudan, der Zentralafrikanischen Republik und Syrien zu den Ländern, in denen die höchstmögliche Krisenstufe erreicht ist. Sowohl der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, als auch der VN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien haben bereits mehrfach eine humanitäre Waffenruhe in Jemen gefordert. Seit 2014 beläuft sich die Unterstützung des Auswärtigen Amts in Jemen auf knapp zwölf Millionen Euro. In Zusammenarbeit mit VN-Organisationen, Rotkreuz-/ Rothalbmond-Bewegung und Nichtregierungsorganisationen legt die Bundesregierung die Schwerpunkte ihrer Humanitären Hilfe in Jemen auf medizinische Versorgung und die Verteilung von lebensnotwendigen Hilfsgütern.