Christoph Strässer

20.06.2015

Menschenrechtsbeauftragter Strässer zum Weltflüchtlingstag

"Nahezu täglich erreichen uns neue Schreckensmeldungen über Flüchtlingsströme aus Syrien und Irak, wo die Menschen versuchen, ihr Leben und das ihrer Nächsten vor der alltäglichen Gewalt zu retten. Doch nicht nur in den medial stark beachteten Konflikten im Nahen Osten, sondern auch in einer Vielzahl anderer Regionen, wie Afghanistan, Somalia, Sudan, Südsudan, Demokratische Republik Kongo und Myanmar, die teilweise auch als „vergessene Krisen“ bezeichnet werden, sind Menschen gezwungen, aufgrund von bewaffneten Auseinandersetzungen, gravierender Menschenrechtsverletzungen oder Folgen des Klimawandels, ihre Heimat zu verlassen und den größten Teil ihrer Habe aufzugeben. Weltweit befinden sich nach aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon sind Kinder. Über 400 Millionen Euro wurden alleine im Jahr 2014 von dem Auswärtigen Amt für humanitäre Hilfe im Ausland bereitgestellt, um das kaum vorstellbare Leid der Menschen zu lindern. Ein großer Teil davon kommt den Menschen auf der Flucht zugute. Auch ist Deutschland eines der größten und wichtigsten Aufnahmeländer von Flüchtlingen in Europa. Es ist unsere ethische Verantwortung, gemeinsam mit unseren nationalen und internationalen Partnern diesen Menschen mit humanitären Mitteln zu helfen, ihr Überleben zu sichern und ein Leben in Würde zu ermöglichen." Hintergrund: Der Hochkommissar des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) veröffentlicht jedes Jahr zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni seinen Jahresbericht zur globalen Flüchtlingssituation. Demnach waren im Jahr 2014 rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht, im Vorjahr waren es rund 51 Millionen. Dies ist der höchste jemals gemessene Anstieg innerhalb eines Jahres. Mit einem Anstieg von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erfuhr Europa verhältnismäßig den größten Anstieg der Flüchtlingszahlen. Ursächlich dafür sind der Konflikt in der Ukraine, die Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer kommen und der Bürgerkrieg in Syrien. Im Kontext des Syrienkonflikts wurde die Türkei mit rund 1,6 Millionen aufgenommenen Flüchtlingen aus Syrien im Jahr 2014 zum größten Flüchtlingsaufnahmeland. Seit Beginn der Syrienkrise hat das Auswärtige Amt seinen Partnern – den Vereinten Nationen, der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung sowie humanitär tätigen Nichtregierungsorganisationen – mehr als 460 Millionen Euro für die humanitäre Notlage in Syrien bereitgestellt, welche maßgeblich Flüchtlingen und Binnenvertriebenen zugutekommen.