Christoph Strässer

12.02.2015

Menschenrechtsbeauftragter Strässer zur "Rangliste der Pressefreiheit 2015"

Mit der „Rangliste der Pressefreiheit 2015“ bewertet Reporter ohne Grenzen auch in diesem Jahr die Situation der Medien und Journalisten weltweit. Der Indikator ist ein Appell an alle Regierungen, in ihrem Land die Freiheit der Presse sowie den Schutz von Journalisten zu gewährleisten. Dieser Forderung schließe ich mich nachdrücklich an. Dass Staaten wie Russland (Rang 152) und China (Rang 176) auf den hinteren Plätzen rangieren, entspricht leider auch den Beobachtungen aus meiner täglichen Arbeit als Menschenrechtsbeauftragter. Die Liste spiegelt die besorgniserregende Situation in Krisenregionen wider. Die anhaltend schlechte Platzierung von Ländern wie Ukraine (Rang 129), Irak (Rang 159) und Syrien (Rang 177) verdeutlicht, dass in bewaffneten Konflikten die Pressefreiheit massiv leidet. In vielen dieser Länder kommt es nicht nur zu gezielten Überfällen und Entführungen von Journalisten sondern auch zu Verhören und Drohungen seitens der Regierung. Die Rangliste zeigt aber leider auch, dass die Pressefreiheit in vielen Ländern der EU nicht ausreichend gewährleistet ist. Aus der schlechten Bewertung einiger Mitgliedsstaaten wie Bulgarien (Rang 100) ergibt sich für uns die Verpflichtung, dass wir weiterhin gegenüber unseren Partnern für die Wahrung der Leitgedanken der Europäischen Union kritisch eintreten. Ich freue mich, dass Deutschland zum wiederholten Mal in der Rangliste aufgestiegen ist (Rang 12) und auch in diesem Jahr zu den bestbewerteten Ländern zählt. Dies ist für uns zugleich Anerkennung für das Erreichte und Ansporn für weitere Verbesserungen. Hintergrund: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute (12.02.) die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Die ROG-Rangliste der Pressefreiheit vergleicht die Situation der Medien in 180 Staaten und Regionen bis 14. Oktober 2014. An der Spitze der Rangliste stehen europäische Länder, Schlusslichter sind wie seit Jahren Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea. Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze auf Rang 12 verbessert.