Christoph Strässer

17.12.2014

Bundesregierung erhöht Winterhilfe in Nordirak

Hierzu erklärte Strässer, dass Deutschland bereits viel zur Unterstützung der Vertriebenen und Flüchtlinge in Irak getan habe - trotzdem benötigten die Menschen weiterhin winterfeste Unterkünfte. "Dazu haben wir beschlossen, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) weitere fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen", so Strässer. Mittel- bis längerfristiges Engagement Aber auch die Wasser- und Sanitärversorgung, Nahrungsmittelhilfe und Schulbildung für die Flüchtlingskinder blieben Prioritäten. Dass das Schuljahr in den Flüchtlingslagern fortgesetzt werde, sei ein wichtiger Schritt für die Kinder: Es dürfe keine "verlorene Generation" geben. Strässer fügte hinzu: "Wir müssen unser Engagement auch mittel- bis längerfristig ausrichten. Die Menschen werden auch im nächsten Jahr unsere Unterstützung dringend benötigen." In Nordirak besichtigte Strässer Hilfsprojekte in Erbil und Sulaimaniyah und traf mit Vertretern von UN-Organisationen, Zivilgesellschaft und mit lokalen Politikern zusammen, um sich ein Bild von den Vorbereitungen der Winterhilfe zu machen. Gespräche mit Binnenvertriebenen und Flüchtlingen In Begleitung des technischen Hilfswerks (THW) besuchte Strässer ein Gesundheitszentrum des Malteser Hilfswerks in Ankawa, einem Stadtteil von Erbil. Dort arbeiten freiwillige Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker: Sie behandeln erkrankte Flüchtlinge und können die benötigten Medikamente kostenlos zur Verfügung stellen. In Sulaimaniyah machte sich Strässer ein Bild davon, wie die anwesenden Hilfsorganisationen (u.a. das Technische Hilfswerk, die Diakonie, der UNHCR und das Internationale Rote Kreuz) Notunterkünfte winterfest machen und Hygiene-Kits an Binnenvertriebene verteilen. Außerdem besuchte der Menschenrechtsbeauftragte das Flüchtlingslager Arbat, wo bis zu 10.000 syrische Flüchtlinge unterkommen sollen. Hier sprach er auch mit Mitarbeitern der Hilfsorganisationen sowie mit Binnenvertriebenen und Flüchtlingen. Im Anschluss erklärte Strässer: "Die Vorbereitungen für den Winter laufen auf Hochtouren. Die entsprechende Ausstattung in den Lagern wird eingerichtet bzw. verteilt. Es ist bereits bitterkalt. Die meisten Leute sind im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht über den Winter. Es bedarf daher dringend weiterer Unterstützung." Bei den Projektleitern informierte sich Strässer über logistische Herausforderungen und Erwartungen an die internationale Gemeinschaft. Darüber hinaus lobte er die große Hilfs- und Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung, für die die Flüchtlingszahlen mittlerweile eine hohe Belastung darstellen. Im Irak sind derzeit 5,2 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 2,1 Mio. Binnenvertriebene.