Christoph Strässer

03.06.2014

Zur Lage der Menschenrechte im syrischen Bürgerkrieg: "Es gibt keine Guten und keine Bösen in diesem Konflikt"

Sendung vom Dienstag, 3.6. | 7.07 Uhr | SWR2 Zur Lage der Menschenrechte im syrischen Bürgerkrieg: "Es gibt keine Guten und keine Bösen in diesem Konflikt" Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD), hält eine friedliche Lösung des syrischen Bürgerkriegs nur für möglich, wenn sowohl das Assad-Regime als auch die radikalen Islamisten auf ihre Machtansprüche verzichten. Im Südwestrundfunk (SWR) sagte Strässer, der Westen habe die Verhältnisse im Land zu Beginn der Kämpfe in einem „Schwarzweißbild gemalt“. Inzwischen habe sich die Wirklichkeit „massiv verändert“. Es gebe „keine Guten und keine Bösen in diesem Konflikt“. Beide Seiten begingen in den jeweils von ihnen beherrschten Gebieten „schwerste Menschenrechtsverletzungen“, beklagte Strässer. Immer wieder werde Bürgerinnen und Bürgern des Landes, unter ihnen bis zu 6 Millionen Binnenflüchtlinge, der Zugang zu Wasser oder ärztlicher Hilfe verwehrt. In den von den Rebellen der sogenannten „Freien Syrischen Armee“ dominierten Gebieten verändere sich die Lage „nicht wirklich positiv“. Deshalb müsse die internationale Gemeinschaft diesen Teilen der syrischen Opposition gegenüber „große Vorsicht“ walten lassen. Um so mehr komme es darauf an , den Syrerinnen und Syrern zu helfen, die auch in Europa Zuflucht suchten. In Deutschland habe sich bei den Asylverfahren zwar einiges getan. In den Anlaufstellen gebe es mehr Personal, und die Dienstzeiten seien verlängert worden, sagte der Menschenrechtsbeauftragte. Dennoch dauere es „immer noch zu lang“, bis diese Asylbewerber ein normales Leben beginnen könnten. http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/tagesgespraech/swr2-tagesgespraech-christoph-straesser-spd-menschenrechtsbeauftragter-der-bundesregierung-im-gespraech-mit-rudolf-geissler/-/id=660264/did=13289470/nid=660264/immw3x/index.html