Christoph Strässer

17.05.2014

Menschenrechts­beauftragter Strässer zum Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie

Der heutige Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie ist erneut Anlass, sich darüber bewusst zu werden, dass sich trotz vieler unterstützender Bewegungen die Anerkennung von LGBTI-Rechten* in vielen Teilen der Welt rückschrittlich entwickelt. Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion um die rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung von Homosexualität und Transsexualität im Vergleich zu den Vorjahren deutlich an Gewicht gewonnen hat, was ich grundsätzlich begrüße. Leider waren die Auslöser meist wenig erfreulich, wie zum Beispiel das kürzlich in Kraft getretene Anti-Homosexualitäts-Gesetz in Uganda. Umso erfreulicher ist aber der Erfolg von Conchita Wurst beim diesjährigen European Song Contest, der zeigt, dass in Europa Toleranz und Offenheit möglich sind. Homosexuelle, bisexuelle, transsexuelle und intersexuelle Menschen weltweit haben – wie alle anderen Menschen auch - ein Recht auf Menschenwürde und den Schutz ihrer Privatsphäre. Solange sie in Angst vor Unterdrückung, Gewalt, Diskriminierung oder rechtlicher Verfolgung leben, kann von der Einhaltung dieser elementaren Rechte keine Rede sein. Unsere Mittel zur Erreichung einer weltweiten Diskriminierungsfreiheit sind begrenzt. Wir können nur immer wieder unseren Standpunkt verdeutlichen und zu einem offenen Meinungsaustausch und zu Kooperation einladen. Am 20. Mai führt das Auswärtige Amt daher gemeinsam mit dem Salzburg Global LGBT Forum eine öffentliche Podiumsdiskussion durch, um langfristige Vorgehensweisen für die nachhaltige Unterstützung von LGBT- und Menschenrechtsorganisationen in aller Welt zu diskutieren. Mitglieder der LGBT- und Menschenrechtsbewegungen aus China, Deutschland, Indien, Libanon, Russland, Uganda, England und den USA werden sich mit Vertretern des Auswärtigen Amtes zu aktuellen Fragen in diesem Bereich austauschen. (*LGBTI-Rechte: Rechte von homosexuellen, bisexuellen, transsexuellen und intersexuellen Menschen)