Christoph Strässer

12.02.2014

Menschenrechts­beauftragter zur "Rangliste der Pressefreiheit 2014"

Mit der "Rangliste der Pressefreiheit 2014" bewertet "Reporter ohne Grenzen" auch in diesem Jahr die Situation der Medien und Journalisten weltweit. Der Indikator ist ein Appell an alle Regierungen, in ihrem Land die Freiheit der Presse sowie den Schutz von Journalisten zu gewährleisten. Dieser Forderung schließe ich mich nachdrücklich an. Nicht überraschend finden sich nach wie vor Russland (Rang 148) und die Türkei (Rang 154) auf den hinteren Plätzen und müssen dringend die Situation von Medien und Journalisten verbessern. Die Liste spiegelt die besorgniserregende Situation in den aktuellen Krisenregionen in Zentral- und Westafrika wider. Die drastische Verschlechterung zum Vorjahr von Mali (Rang 122) und der Zentralafrikanischen Republik (Rang 109) verdeutlichen, dass in bewaffneten Konflikten die Pressefreiheit massiv leidet. In beiden Ländern kommt es nicht nur zu gezielten Überfällen und Entführungen von Journalisten, sondern auch zu Verhören und Drohungen seitens der Regierung. Die Rangliste zeigt aber leider auch, dass die Pressefreiheit in vielen Ländern der EU nicht gewährleistet ist. Griechenland und Bulgarien belegen die Plätze 99 und 100 von insgesamt 180 Rängen. Beide Länder sind im Vergleich zum Vorjahr massiv abgewertet und zeigen damit eine gefährliche, mit den Leitgedanken der Europäischen Union nicht vereinbare Tendenz. Hintergrund: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute (12.02.) die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Die ROG-Rangliste der Pressefreiheit vergleicht die Situation der Medien in 180 Staaten und Regionen bis 15. Oktober 2013. An der Spitze der Rangliste stehen europäische Länder, Schlusslichter sind wie seit Jahren Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze auf Rang 14 verbessert.