Christoph Strässer

12.09.2013

MZ: Kontroverser Schlagabtausch

Ein Lehrstück in Sachen Politgebaren erlebten zunächst die rund 300 Oberstufenschüler des Hiltruper Kantgymnasiums in ihrer Aula. Ihnen bot sich – wie später den Schülern des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums – die einmalige und viel zu selten genutzte Gelegenheit, gestandene Politiker aus Kommunal-, Landes- und Bundesgremien beim politischen Schlagabtausch zu erleben. Auf ihre Fragen erhielten die Schüler meist kontroverse Antworten der Kandidaten Hubertus Zdebel (Linke), Christoph Strässer (SPD), Maria Klein-Schmeink (B90/Grüne), Sybille Benning (CDU) und Daniel Bahr (FDP). Schnell wurde ihnen deutlich, dass sich über Themen wie Mindestlohn, Alterssicherung, gesetzliche Krankenversicherung und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums viel und ausgiebig streiten lässt, da jede Partei ihr eigenes Rezept zur Lösung der Probleme hat. Dies trugen die Kontrahenten auf der Bühne auch offen vor. Das gute Argument schien aber am Ende dann oft derjenige zu haben, der sein Anliegen wortgewandt und in der Sprache der Zuhörer zu vermitteln wusste. Aufgrund ihrer größeren Erfahrung im Parlament in Berlin hatten Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), ein ehemaliger Kantschüler und Hiltruper, und der Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer (SPD) gelegentlich mehr Publikum. Bahr wurde am Kardinal-von-Galen-Gymnasium vom Parteikollegen Daniel Fahr vertreten. Dass den Schülern Auftritt und Wortgewandtheit bei einem Politiker keineswegs ausreichen, stellten sie mit ihren gezielten und lebensnahen Fragen klar und sorgten dafür, dass die Befragten sichtlich um aufrichtige Antworten rangen. Warum hat ein junger Mann, der mehr als den Mindestlohn verdient, heute dennoch nicht genug, um sein Leben zu planen? Wie schafft man bezahlbaren Wohnraum? Wer soll die hohen Mieten zahlen wenn das Lohnniveau gleichzeitig sinkt? Ist eine Reichensteuer vertretbar wenn man bedenkt, wie hart mancher dafür arbeitet? Und wie erhält sich Deutschland seine Konkurrenzfähigkeit auf dem internationalen Markt bei Einführung von Mindestlöhnen? Auf ihre Fragen erhielten die Schüler oft Antworten, mit denen die Parteien Wahlkampf betreiben – aber auch Einblicke in persönliche Überzeugungen. Deshalb sind Jan und Patrick am Ende zufrieden mit der Veranstaltung. "Interessant, wie die hier auftreten und auch informativ", finden sie. Auch Lehrer Winfried Heuvers hat die Lehrstunde in Sachen Politik gefallen. Von Regina Roberts erschienen in der Online Ausgabe der MZ vom 12.09.2013 (Link siehe unten)