Christoph Strässer

06.09.2013

WN: Bundestagskandidaten diskutieren über Kulturpolitik des Bundes

Fällt die „Lindenstraße“ unter Kultur? Christoph Strässer (SPD-Bundestagsabgeordneter) ist sich nicht sicher und nennt lieber das Clapton-Konzert in Berlin als zuletzt besuchte Kulturveranstaltung. Und ist in guter Gesellschaft: Musik, Literatur und Kleinkunst nennen die übrigen Bundestagskandidaten aus Münster als Vorlieben bei der vom Verein „Monokultur“ organisierten Diskussion über „Münster und die Bundeskulturpolitik“. Einzig CDU-Kandidatin Sybille Benning bleibt die Antwort schuldig – sie bleibt am Mittwochnachmittag kurzfristig fern. Schade eigentlich. Denn zu gern hätte die Schar von rund 30 Zuhörern, die weitgehend der freien Szene angehören, vermutlich auch die Standpunkte der Vertreterin der Regierungspartei vernommen, wie die Bundeskulturpolitik von Münster aus zu beeinflussen ist. Urheberrecht, Erhalt der Künstlersozialkasse, Aufnahme der Kultur ins Grundgesetz (wie von Strässer angestrebt) und das Außenhandelsabkommen mit den USA, durch das Hubertus Zdebel (Die Linke) die Kultur in Deutschland gefährdet sieht, – dies sind die großen Themen, die – moderiert von Adam Riese – in fast zwei Stunden verhandelt werden. Da die jüngste Theaterdebatte aber noch in den Ohren klingt, geht es auch um die finanzielle Ausstattung der klammen Kommunen, um Kultur weiterhin fördern zu können. Auch Henning Höne plädiert, obwohl als Liberaler dem Vorwurf ausgesetzt, die Kulturwirtschaft der Kultur vorzuziehen, für eine „verlässliche finanzielle Ausstattung der Kommunen“. Maria Klein-Schmeink (Bündnis 90/Die Grünen) verspricht allerdings bei der Mittelverteilung eine andere Prioritätensetzung zwischen kommunaler Kultur und freien Gruppen. Was einem Zuhörer missfällt: „Wir als Kulturschaffende dürfen uns nicht auseinanderdividieren lassen“, lautet sein Appell. Von Petra Noppeney. http://www.wn.de/Muenster/Kultur/Es-sollte-mehr-getan-werden-Bundestagskandidaten-diskutieren-ueber-Kulturpolitik-des-Bundes