Christoph Strässer

08.07.2013

WN: Tibet-Fahne im Schrebergarten

Die Regionalgruppe der Tibet-Initiative hat ihr 20-jähriges Bestehen und zugleich den 78. Geburtstag des Dalai Lama gefeiert. Auch in münsterischen Kleingärten werden deswegen in diesen Tagen viele Tibet-Fahnen gehisst, sie gelten als Symbol für den Freiheitswillen. Die Rotpflaume des Dalai Lama am Aasee, gepflanzt 1994 als Baum für den Weltfrieden, bekam am Samstag Besuch von Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Dort feierte die Tibet-Initiative Münster ihr 20-jähriges Bestehen und gleichzeitig den 78. Geburtstag des Dalai Lama mit einem Infostand, Festreden und einer ganz besonderen Friedensaktion in Zusammenarbeit mit heimischen Kleingärtnern. Dr. Thomas Brüninghaus, Sprecher der Regionalgruppe Münster, erinnerte an die angespannte wirtschaftliche, soziale und ökologische Lage in Tibet und an den jahrzehntelangen Kampf des Dalai Lama für Menschenrechte, Freiheit und Umweltschutz. „Mit der Tibet-Fahne hier am Aasee zeigen wir Flagge und setzen uns für die Freiheit der Menschen in Tibet ein, denen es unter drakonischen Strafen verboten ist, ihre eigene Fahne zu hissen.“ In einer feierlichen Zeremonie übergab Brüninghaus Tibet-Fahnen an acht Gestalter von Kleingärten in Münster. Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson brachte es auf den Punkt: „Der Muff in der Laube ist einem frischen Wind gewichen.“ Während Kleingärtner früher nicht über ihren Gartenzaun hinweg schauten, seien sie jetzt global orientiert. „Die Kleingärten sind in Münster interkulturelle Treffpunkte. 50 verschiedene Sprachen werden gesprochen.“ Die Kleingärten seien ein Symbol für die Freiheit der Menschen und für den Schutz und die Erhaltung der Natur „für ein ausgeglichenes Klima in der Stadt“. Das wird in den kommenden Tagen unterstrichen durch das bewusste Hissen der Tibet-Fahne in den Kleingärten. Wilm Weppelmann, Gründer der Freien Gartenakademie und selbst Gärtner, las mit einfühlsamer Stimme nachdenkliche Dalai-Lama-Texte aus dem „Buch der Freiheit“ vor. Der münsterische Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer (SPD) appellierte an die Politik, den Handel mit China nur „unter Einhaltung der Menschenrechte“ fortzusetzen. Tibet müsse wieder mehr in den Fokus der Medien rücken. Zu wenig sei bekannt, dass die Menschen in Tibet innerhalb der Volksrepublik China weiter stark vernachlässigt würden, obwohl China nach außen hin das Gegenteil propagiere. Westfälische Nachrichten vom 08.07.2013 Text und Foto: Peter Sauer