Christoph Strässer

08.07.2013

WN: „Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts“

Seit Bekanntwerden des Abhörskandals um die Geheimdienste hat sich hat das Sicherheitsgefühl vieler Internetnutzer verschlechtert. Das nahm am Freitagabend die SPD in Münster in der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel zum Anlass, für eine Podiumsdiskussion zur Fragestellung, ob diese Welt der „Big Data“, also der Speicherung riesiger Datenmengen, zum Überwachungsstaat „Big Brother“ à la George Orwell führt. Surfend im Internet, bargeldlos bezahlen oder simsend mit dem Handy: Im elektronischen Zeitalter hinterlässt jeder viele kleine Datenspuren, wie unzählige Fingerabdrücke. Daraus ergeben sich riesige Datenmengen, gefiltert nach persönlichen Profilen, die bei Google, Facebook, Apple, Microsoft oder den Handybetreibern gespeichert und mit neuen Analysemethoden ausgewertet werden können. Seit Bekanntwerden des Abhörskandals um die Geheimdienste hat sich hat das Sicherheitsgefühl vieler Internetnutzer verschlechtert. Das nahm am Freitagabend die SPD in Münster in der Zukunftswerkstatt Kreuzviertel zum Anlass, für eine Podiumsdiskussion zur Fragestellung, ob diese Welt der „Big Data“, also der Speicherung riesiger Datenmengen, zum Überwachungsstaat „Big Brother“ à la George Orwell führt. „Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts“: Wilfried Denz vom SPD-Ortsverein Münster-Nord gab vor rund 30 Zuhörern auch für Laien verständliche Antworten auf die Fragen: Woher stammen die Daten? Wer nutzt sie? Wofür werden sie ausgewertet? Denz gab Tipps für die Vermeidung von Datenklau. So solle man alles bar bezahlen, Privatfotos nicht „facebooken“, Cookies sofort löschen, Cloud-Dienste zurückhaltend nutzen und immer sicherere Programme verwenden. Alexander Vogt, medienpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion aus Düsseldorf, erörterte Risiken und Chancen des Daten-Zeitalters. Er betonte, dass Medienerziehung in allen Generationen immer wichtiger werde. Das betrifft vor allem den Umgang mit der Google-Brille und mit gläsernen Haushalten, etwa durch das Programm „Smart Meter“ vieler Stadtwerke. Der beste Virenschutz sei die eigene Verantwortung der Internet- und Handynutzer, vor allem von Eltern gegenüber ihren Kindern. Sie sollten ihnen den PC nicht alleine überlassen. Als Schutz vor Datenklau im Internet schlug eine Zuhörerin vor, dass es für jeden Internetnutzer und seine Daten ein besonderes Urheberrecht geben sollte. Ein anderer Zuhörer regte an, Daten stets zu verschlüsseln. Bundestagsabgeordneter Christoph Strässer erinnerte daran, dass in früheren Zeiten mit Schreibmaschine und Kohlepapier für Durchschläge die Arbeit auch funktioniert hätte. Bei deutlich größerem Sicherheitsgefühl als heute. Westfälische Nachrichten vom 08.07.2013 Text und Foto: Peter Sauer