Christoph Strässer

06.06.2013

Strässer: "Ablehnung der doppelten Staatsbürgerschaft durch Schwarz-Gelb erschwert Integration."

"Die heutige Ablehnung einer doppelten Staatsbürgerschaft durch die CDU/CSU und FDP-Bundestagsfraktionen ist lebensfremd, töricht und erschwert die Integration." Der münsterische SPD-Abgeordnete Christoph Strässer indes stimmte am Mittwoch im Bundestag für die Einführung einer doppelten Staatsbürgerschaft. Rund 3400 junge Deutsche, die eine zweite Staatsangehörigkeit besitzen und dieses Jahr 23 Jahre alt werden, zwingt der Staat in einen Loyalitätskonflikt: Behalten sie die deutsche Staatsangehörigkeit und geben ihren zweiten Pass ab – oder behalten sie ihre ausländische und verlieren die deutsche Staatsbürgerschaft? Wenn sie sich nicht rechtzeitig entscheiden oder auch nur die Frist zur Rückmeldung an die Behörden versäumen, dann macht der Staat die jungen Deutschen wieder zu Ausländern. Für Strässer eine unerträgliche Situation: "Fast eine halbe Million deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit ausländischen Eltern werden in den nächsten 15 Jahren gezwungen, eine ihrer beiden Staatsangehörigkeiten abzugeben. Die Optionspflicht im Staatsangehörigkeitsrecht lässt ihnen keine andere Wahl als auf einen Teil ihrer Identität zu verzichten. Der Lebensrealität der jungen Menschen wird das nicht gerecht. Die Optionspflicht schadet der Integration, überfordert viele Jugendliche, belastet die Verwaltung und passt nicht zu einem modernen Staatsangehörigkeitsrecht."