Christoph Strässer

21.11.2012

Bundesweiter Vorlesetag: In Münster an der Johanisschule mit Christoph Strässer

Neben einem Geschichten erzählenden Theaterchef und einem tätowierten Hund gibt es an diesem Freitagmorgen in den Klassenräumen an der Vogel-von-Falkenstein-Straße noch mehr Ungewöhnliches zu hören und zu erleben. Fünf bekannte Münsteraner, vom Theaterchef über den Fußballfunktionär, vom Kinderbuchautor bis hin zum Berufspolitiker und zur Kinderärztin, haben sich extra zum Vorlesetag für die Schüler frei genommen, haben ein spannendes Buch ausgesucht und gehen eine ganze Schulstunde lang mit den Kindern auf Geschichtenreise. Paul Maar, aus dessen Fantasiewelt der tätowierte Hund stammt, sei schon früher einer seiner Favoriten gewesen, sagt Peters. „Diese Geschichten habe ich immer gerne meiner Tochter vorgelesen. Die ist jetzt allerdings schon erwachsen.“ Doch die Kinder der Johannisschule wollen auch noch im Jahr 2012 hören, warum der Esel so gern ein Zebra wäre – mucksmäuschenstill und mit konzentrierten Mienen sitzen die Zweitklässler im Stuhlkreis um den Intendanten. „Für die Kinder ist das eine tolle Erfahrung, dass sich mal jemand extra nur für sie Zeit nimmt“, sagt Schulleiterin Sabine Matzel. Denn das sei selten geworden. Und kaum etwas könne den Kindern die Freude an Büchern und am Lesen besser vermitteln, als das Vorlesen. Das sagt auch Lehrerin Dagmar Matthes. „Die Kinder lernen durch das Vorlesen, wie toll Bücher sind und dass man sich durchs Lesen in eine andere Welt versetzen kann.“ In der ersten Etage unternimmt die Klasse 2a eine Reise in die Welt des Fußballs. Dort hockt Preußen-Sportvorstand Carsten Gockel im Schneidersitz auf dem Linoleumboden und liest die Geschichte vom jungen Preußen-Adler Prico und dessen sportlichen Abenteuern mit Opa Fiffi. Und dabei hat Gockel einiges zu zeigen, denn das spannende Fußballbuch ist voller bunter Bilder von spannenden Spielen, tollen Toren, fröhlichen Siegesfeiern. „Vorhin hat Herr Gockel uns verraten, dass er selber drei Kinder hat und zu Hause auch oft vorliest“, sagt Klassenlehrerin Matthes, während der prominente Preuße mit den jungen Fußballfans über die Schwierigkeiten eines gelungenen Kopfballtores fachsimpelt. Im Erdgeschoss hat die Klasse Vier beim Pausengong noch lange nicht genug. Hier liest der münstersche SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer aus dem Buch über Doktor Proktors Pups-pulver. „Ich habe mich bei der Auswahl beraten lassen“, sagt Strässer. „Der Autor Jo Nesbø schreibt eigentlich Krimis für Erwachsene, das hier war sein erstes Kinderbuch.“ Ein bisschen Zeit hat der Politiker noch, und die braucht er auch. Denn die merkwürdige Geschichte vom verrückten Professor und dem frechen rothaarigen Jungen aus der Kanonenstraße ist so schnell noch nicht zu Ende erzählt. Von Annette Waschbüsch Quelle: Münstersche Zeitung, Onlineausgabe vom 21.11.2012