Christoph Strässer

16.11.2012

Strässer und Bartels: „Ausweitung des Sozialstaats ist notwendig!“

„Ohne Maßnahmen gegen das weitere Absinken des Rentenniveaus wird es in Folge eine breite Altersarmut geben“ warnte Klaus Bartels, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen der SPD Münster vor rund 80 SPD-, und Gewerkschaftsmitgliedern im Café Uferlos am Aasee. Die Mitglieder der Münsteraner Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) der SPD pflegen enge Kontakte zu aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, mit Personal- und Betriebsräten. Aus diesen Kontakten wurde schnell klar, dass es zu den Themen Rente, Mindestlohn, prekäre Beschäftigung und Zeitarbeit erheblichen Gesprächsbedarf bestand. Und wenn die AfA-Münster einlädt, dann kamen in den vergangenen Jahren auch immer interessante Gesprächspartner. Vor einem Jahr noch sprach der damalige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) Ottmar Schreiner zu den Genossinnen und Genossen sowie vielen Gewerkschaftsmitgliedern, Betriebs- und Personalräten. In diesem Jahr folgte ihm sein Nachfolger, der neue AfA-Bundesvorsitzende, der bayrische Bundestagsabgeordnete Klaus Bartels. Vor rund 80 SPD- und Gewerkschaftsmitgliedern und moderiert vom Münsteraner Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer war Bartels der Einladung gefolgt und sprach zu den Themen, die nicht nur SPD- und Gewerkschaftsmitglieder brennend interessieren: Rente, soziale Absicherung und Arbeitsmarkt. „Hätten wir 2011 die gleiche Lohnquote gehabt wie im Jahr 2001“, so Bartels, „dann wären heute 100 Mrd. Euro mehr in der Gesellschaft als Kaufkraft in Umlauf und auch die Sozialsysteme hätten rund 20 Mrd. Euro mehr in den Kassen.“ Bartels wie Strässer plädierten für Korrekturen an der Arbeitsmarktpolitik, weil Altersarmut vor allem dadurch bekämpft werde müsse, dass man während der Zeit, in der man arbeite genug verdiene, damit nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben auch eine ausreichende Rente übrig bleibe. Der Ausweitung staatlicher Förderung privater Rentenvorsorge erteilten Strässer, Bartels und die Vorsitzende der Münsteraner AfA, Ulrike Czerny-Domnik unisono eine Abfuhr. Strässer: „Die Riester-Rente muss überdacht werden. Diejenigen, für die sie gedacht war können sie sich nicht leisten und Diejenigen, die sich private Vorsorge leisten können brauchen dafür keine staatliche Förderung.“