Christoph Strässer

04.09.2012

SPD wählt Christoph Strässer zum Spitzenkandidaten

Sie sei überzeugt, Strässer werde den Wahlkreis 129 Münster für die SPD zurückholen, rief Wissenschaftsministerin Svenja Schulze optimistisch in den Saal. Ein amüsiertes Raunen war durch die Reihen gegangen, als Svenja Schulze vom Parteitagspräsidium um 11 Uhr verkündete, die Frist zur „Meldung von Personalvorschlägen“ sei nun abgelaufen. Keiner der 88 Wahlberechtigten (33 weiblich, 55 männlich) hatte erwartet, dass außer Strässer noch ein Kandidat auftauchen werde. Robert von Olberg, stellvertretender SPD-Unterbezirksvorsitzender, hatte zu Beginn schon klar gemacht, es sei ja nicht wie bei der CDU-Kandidatenfindung mit „Dolchstößen, Personalknatsch und inhaltlicher Fundamentalpolarisierung.“ Parteichef Dr. Michael Jung legte nach: „Gegen die Chaos-Tage der CDU ist die Piratenpartei eine gut organisierte Truppe“. Das bezog Jung auch auf die Weigerung von CDU-Kandidaten, zum Thema „Schlossplatz“ Stellung zu beziehen. „Wer zu Hindenburg keine Meinung hat, sollte vom Bundestag nicht sprechen.“ Auch Strässer sorgte sich in seiner Rede um den Ausgang des Bügerentscheids. Sollte es wieder zum Hindenburgplatz kommen, dann „verliert die lebenswerteste Stadt der Welt an Charakter und an Aus-strahlung in der Region.“ Mit dem Hinweis „Friedensstadt“ könne Münster dann in Zukunft nicht mehr werben. Einen großen Teil seiner Rede widmete Strässer dem Thema „Gerechtigkeit“. Er forderte eine Anhebung des Spitzensteuersatzes, den die rot-grüne Bundesregierung unter Schröder gesenkt habe. „Da haben wir wohl etwas falsch gemacht!“, sagte er. Wenn die SPD eine Mehrheit im Bundestag bekomme, müsse es auch „ wieder eine verfassungsfeste Vermögenssteuer geben. Und zur – wie er selbstironisch anmerkte – „Triade der Steuererhöhungsorgie“ gehöre auch eine einmalige Vermögensabgabe. Natürlich werde die SPD dann auf der Straße als „Steuererhöhungspartei beschimpft“, aber „keiner von denen, die uns beschimpfen, wird diese Spitzensteuersätze zahlen müssen!“ Beängstigende Zahlen gebe es europaweit bei der Jugendarbeitslosigkeit. Die Internationale Arbeitsorganisation der UNO habe eine staatliche Beschäftigungsgarantie für Jugendliche gefordert. „Das klingt wie der schiere Sozialismus“, meinte er, aber er habe „keine Sorge, an der richtigen Stelle Sozialist zu sein“. Anträge zum Thema Schlossplatz („Wir wollen, dass er bleibt!“), zu Kinder-rechten („Flüchtlingskinder deutschen Kindern gleichstellen!“) und zum Fahrrad- und Busverkehr („flächendeckende, attraktive Verkehrsnetze!“) nahm der Parteitag mit großer Mehrheit an. Quelle: Münstersche Zeitung