Christoph Strässer

07.10.2011

Friedensnobelpreis für politisch aktive Frauen

Die SPD-Bundestagsfraktion gratuliert Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman zum Friedensnobelpreis. Die Preisträgerinnen stehen für die aktive politische Teilhabe von Frauen und ihren Einsatz für politischen Wandel. Seit 2006 versucht Ellen Johnson-Sirleaf als Präsidentin Liberias ein Land wiederaufzubauen, dass nach 14-jährigem brutalen Bürgerkrieg zerstört war und dessen Bevölkerung noch immer traumatisiert ist. Gemeinsam mit Leymah Gbowee hat sie dazu beigetragen, die menschenverachtende Terrorherrschaft von Charles Taylor zu beenden. Jetzt geht es darum, dem Land eine friedliche demokratische Zukunft zu eröffnen. Leymah Gbowee setzt dabei auf die Kraft der Frauen. Ihr Name steht für den Kampf um Sicherheit für Frauen, für die Rechte von Frauen und für deren Beteiligung an friedenstiftenden Maßnahmen. In Tawakkul Karmans Heimatland Jemen haben politisch die Männer das Sagen. Umso mutiger waren Karmans Forderungen nach Freilassung politischer Gefangener und nach Pressefreiheit zu einer Zeit, in der der arabische Frühling noch nicht ausgebrochen war und Präsident Salehs Herrschaft noch gesichert schien. Das Nobelpreiskomitee hat eine gute Entscheidung getroffen. Ohne die Beteiligung von Frauen bei der Suche nach politischen Lösungen, insbesondere bei gewaltsamen Konflikten, kann es keinen dauerhaften Frieden geben. Dies hat der UN-Sicherheitsrat bereits 2000 in seiner Resolution 1325 „Frauen, Frieden, Sicherheit“ festgestellt. Der Friedensnobelpreis für Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman sollte politischer Ansporn sein, deren Botschaft weltweit umzusetzen.