Christoph Strässer

02.05.2011

Gefangenen-Patenschaft: Christoph Strässer adoptiert Aliaksandr Atroshchankau

Zu seinem Engagement erklärte der Bundestagsabgeordnete: „Ich habe höchsten Respekt für Aliaksandr Atroshchankau. Als Pressesprecher des oppositionellen Präsidentschaftskandida-ten Andrei Sannikow musste er wissen, welchen Gefahren er sich aussetzt. Dennoch hat er sich politisch engagiert und gegen die Willkürherrschaft von Präsident Lukaschenko demonstriert. Der Preis für seinen Mut ist hoch: Gefängnis, Folter und entwürdigende Behandlung. Die politischen Ereignisse in Nordafrika und im Nahen Osten ermutigen die demokratischen Kräfte auch in Belarus. Zugleich brauchen sie die politische und moralische Unterstützung der Europäer. Als menschenrechtspolitischer Sprecher meiner Fraktion und als Rechtsanwalt will ich meinen Teil dazu beitragen – für Aliaksandr Atroshchankau, aber auch die für zahlreichen anderen Regimekritiker/innen und Menschenrechtsverteidiger/innen in Belarus.“ Das Patenschafts-Programm für die politischen Gefangenen in Belarus wurde von der Menschenrechtsorganisation Libereco - Partnership for Human Rights initiiert, um die Gefangenen und ihre Angehörigen zu unterstützen. Als Pate wird sich Christoph Strässer als Mitglied des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates für die Freilassung „seines Gefangenen“, Aliaksandr Atroshchankau, einsetzen. Aliaksandr Atroshchankau, Journalist der Webseite Charter97.org und Pressesprecher des Präsidentschaftskandidaten Andrei Sannikov, wurde am 20. Dezember 2010 festgenommen, nachdem friedliche Proteste gegen die Fälschung der Präsidentschaftswahlen am Vorabend gewaltsam aufgelöst wurden. Am 2. März 2011 wurde er in einem Schauprozess nach Artikel 293 des belarussischen Strafgesetzbuches (Schüren von Massenunruhen) zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Vertreter der belarussischen Menschenrechtsorganisation Viasna haben den Prozess beobachtet und betrachten das Urteil als politisch motiviert, da keinerlei Beweise für seine Schuld vorliegen. Wie Aliaksandr Atroshchankau seiner Frau im Gerichtssaal mitteilen konnte, wurde er nach seiner Verhaftung im KGB-Gefängnis gefoltert. Belarussische und internationale Menschenrechtsorganisationen betrachten Aliaksandr Atroshchankau als Gewissens-gefangenen und fordern seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Belarus: www.lphr.org