Christoph Strässer

06.12.2010

Bundestagsabgeordnete gegen Castor nach Russland

Die Bundestagsabgeordneten von SPD, DIE LINKE und Bündnis90/DIE GRÜNEN aus dem Münsterland, Ingrid Arndt-Brauer (SPD), Maria Klein Schmeink (Grüne), Christoph Strässer (SPD) und Kathrin Vogler (Linke), haben sich in einem Offenen Brief an Umweltminister Norbert Röttgen gewandt. Darin fordern die Bundesregierung nachdrücklich auf, den von Minister Röttgen angekündigten Verzicht auf den geplanten Castor-Transport von Ahaus nach Majak/Russland tatsächlich umzusetzen. Hintergrund sind die Befürchtungen der Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland, das Versprechen Röttgens sei lediglich ein taktischer Zug, um die für den 12. Dezember geplanten Protestaktionen in Ahaus ins Leere laufen zu lassen. Die Initiativen befürchten, dass der Castor schon in der nächsten Woche nach Russland rollen könnte, wo keine sichere Lagerung gewährleistet sei. Die unterzeichnenden Abgeordneten weisen darauf hin, dass die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung auch für das Münsterland eine erhöhte Zahl von Atomtransporten von und nach Ahaus und Gronau bedeuten wird. Gegen die davon ausgehenden Gefahren werde sich wie im Wendland zunehmend legitimer Protest und Widerstand in der Bevölkerung regen. Gleichzeitig fordern sie die Bundesregierung auf, ernsthaft und ergebnisoffen auf der Basis wissenschaftlicher Fakten nach einem Endlager für radioaktive Abfälle zu suchen, damit Ahaus nicht schleichend als Endlager missbraucht werde. Wer, wie die Bundesregierung, die Produktion von tausenden Tonnen zusätzlichem Strahlenmüll zulasse, müsse dafür ganz konkret die Verantwortung übernehmen.