Christoph Strässer

05.03.2010

Afrikanische Frauendekade unterstützen!

Es gibt gute Nachrichten aus Afrika: Vor wenigen Tagen hat die Afrikanische Union (AU) eine Frauendekade ausgerufen. Mit der feierlichen Proklamation soll den Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise auf die nationalen Budgets zur Förderung von Frauen entgegengewirkt werden. Zugleich haben sich die AU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und bis 2020 die Hälfte der Staatsämter und Schlüsselpositionen mit Frauen zu besetzen. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt die frauenpolitische Initiative der AU umso mehr, als noch vor dem Start der Frauendekade ein Afrikanischer Frauenfonds beschlossen wurde, mit dessen Hilfe die Umsetzung frauenrelevanter Initiativen und Protokolle gefördert werden soll. Wichtig ist insbesondere das Protokoll von Maputo, das erste völkerrechtlich bindende Dokument, das sich ausschließlich auf die Situation der afrikanischen Frauen, auf die Förderung ihrer Rechte und ihren Schutz bezieht. Es ist 2005 in Kraft getreten. Die Förderung von Frauen ist eine wesentliche Voraussetzung für bessere Zukunftschancen der Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent. Obwohl viele Frauen schon jetzt Verantwortung in Politik und Wirtschaft tragen und eine wichtige entwicklungspolitische Rolle spielen, ist die Lage der Mehrheit der Frauen durch Armut, Diskriminierung und Gewalt geprägt. Beispiele hierfür liefern uns täglich die Medien: Massenvergewaltigungen im Kongo, Vertreibungen in Darfur, Genitalverstümmelung in Somalia, familiäre Gewalt in Südafrika oder der soziale Notstand in Simbabwe. Auch die gegenwärtig tagende UN-Kommission zum Status der Frau zeichnet 30 Jahre nach der Verabschiedung der UN-Frauenrechtskonvention (CEDAW) ein düsteres Bild. Nicht nur Gewalt zerstört das Leben vieler Frauen und Mädchen. Es sind auch die fehlenden Bildungschancen, die mangelnde Gesundheitsversorgung, die gesellschaftlichen Strukturen. Hier kann die Umsetzung der Milleniumsentwicklungsziele einen wichtigen Beitrag leisten. In Afrika brauchen Frauen besonders viel Mut und Ausdauer, um ihr eigenes Leben zu meistern und für ihre Kinder zu sorgen. Sie politisch und rechtlich wirksam zu unterstützen ist daher eine der großen Herausforderungen sowohl für die afrikanischen Staaten selbst als auch für die internationale Gemeinschaft.