Christoph Strässer

16.09.2009

Podiumsdiskussion in der Hildegardisschule

Bereits zum dritten Mal fand eine Podiumsdiskussion der Münsteraner Bundestagsabgeordneten an der Hildegardisschule in Münster statt. Vorab stellte Moderator Dr. Böseler eine erarbeitete Wahlprognose der Schülerinnen und Schüler vor, die die Ergebnisse der kommenden Bundestagswahl widerspiegeln sollte. Danach begann die Diskussionsrunde, welche von drei Wunschthemenblöcke der Schüler durchzogen wurde. Der Afghanistankonflikt, die Wirtschaftskrise und die Krise der sozialen Sicherungssysteme waren von besonderem Interesse, aber auch Umweltpolitik und vor allem das Thema Bildung kamen bei der Diskussion nicht zu kurz. Strässer machte in der Diskussion zum Afghanistankonflikt deutlich, dass die Bundeswehr nicht als „bewaffnete Entwicklungshilfe“ angesehen werden dürfe. Es sei momentan aber noch notwendig, dass sie sich in Afghanistan befinde, da sie eine militärische Absicherung für den strukturellen Aufbau des Landes darstelle. „Wir dürfen und können nicht kopflos abziehen, aber im Rahmen der nächsten Legislaturperiode muss der Ausstieg festgezurrt werden.“ Auch beim Thema Umweltpolitik stellte Strässer seine Position klar heraus und erinnert an den verabredeten Atomausstieg im Jahre 2010. Atomstrom sei in keinster Weise ökologisch und bis heute sei die Endlagerfrage ungelöst. Dazu gab Strässer zu bedenken, dass Atomenergie wie ein Flugzeug ohne Landebahn sei. Besonders besorgt zeigten sich viele Schüler beim Thema Bildung und der Finanzierung ihrer zukünftigen Studiengänge. Im Gegensatz zur CDU und FDP fordert Strässer eine gebührenfreie Bildung vom Kindergarten bis hin zur Universität, wofür er großen Applaus bekam. Ein selektierendes Bildungssystem kann und dürfe nicht sein, da Bildung ein Menschenrecht und öffentliches Gut ist und dieses dürfe nicht durch Barrieren unzugänglich gemacht werden. Strässer will zudem mehr Gelder in den unterfinanzierten Bildungssektor fließen lassen und fordert im gleichen Zuge eine andere steuerliche Lastenverteilung in der Gesellschaft, wonach der Steuersatz von Spitzenverdienern zum Wohle der Bildung auf 2% erhöht werden soll, um der Jugend eine ordentliche Perspektive zu bieten.