Christoph Strässer

17.04.2009

Rückenwind von SPD-Wahlkämpfer Franz Müntefering

Unaufgeregt war sie, die Ankunft heute Nachmittag von Wahlkämpfer Franz Müntefering in Münster. Auch wenn das BKA die Blicke kreisen ließ und die Medien Habacht-Stellung einnahmen. So unaufgeregt und unkompliziert wie der SPD-Parteivorsitzende selber. Die schwarze Limousine mit Begleitschutz rollte an Bröker’s Speicher in der Coerder Speicherstadt vor, ein frisch wirkender Müntefering stieg aus und begrüßte gut gelaunt die Genossen. Viele mit dem Vornamen. Schnell ein Gruppenfoto mit dem Tross der lokalen Partei-Prominenz und mit dem Europa-Kandidaten Jürgen Coße vor den druckfrischen Wahlplakaten für den Europa-Wahltag am 7. Juni. Alles unkompliziert, alles gut. Tosender Beifall von über 500 Menschen hieß „Münte“ kurz drauf im Speicher willkommen. Gäste mit und ohne Parteibuch, gestandene Sozialdemokraten, aber auch viele junge Menschen. „Für uns ein toller Auftakt und Rückenwind für die Wahlkämpfe in diesem Jahr“, war nicht nur Landtagsabgeordnete Svenja Schulze „stolz, ihn hier zu haben.“ Ein Ende mit Sundern in Münster So hieß ihn denn Münsters SPD-Oberbürgermeisterkandidat Wolfgang Heuer herzlich willkommen in „einer der heiß umkämpftesten Städte im Land.“ Jetzt, frotzelte Müntefering, der wie Oberbürgermeister Berthold Tillmann aus dem sauerländischen Sundern kommt, „jetzt hat es in Münster bald ein Ende mit Sundern.“ Ein erreichbares Ziel, wie Heuer und Bundestagskandidat Christoph Strässer, sicher sind. Ein kurzer Gruß an die eigene Verwandtschaft in der Westfalen-Metropole und schon war der Gast mittendrin in seiner Rede über „Das neue Jahrzehnt – Gesellschaft im Wandel – Starke Demokratie“. Eine Rede, die der auf Wahlkampftour befindliche Müntefering schon 28 Mal landauf, landab, gehalten hat. Münster war die Station Nummer 29 und der krönende Abschluss just vor dem Parteitag am Sonntag im Berliner Tempodrom. Müntefering, der kampferprobte Sozialdemokrat, machte vor vollem Haus mobil, sprach frei und zwischendurch brandete Beifall auf. Wenn er Sätze sagte wie: „Das Geld und die Wirtschaft sind für die Menschen da. Und nicht umgekehrt.“ Oder wenn er davon sprach, die Steueroasen auszutrocknen zu wollen und es den betuchten Steuerflüchtigen unmöglich zu machen, ihr Geld zu verstecken. Wenn er sich gegen sittenwidrig niedrige Löhne und sittenwidrig hohe Einkommen der Boni-Jäger aussprach. Wenn er vor zu viel Respekt vor den Finanzfachleuten warnte. „Ich sage, dass in den Spitzen der Finanzzentren mindestens so viele Nieten sitzen wie an der Kirmesbude.“ Kernige Sätze, kämpferische Sätze, nachdenkliche Sätze. „Wir müssen beweisen, dass es in Europa keine Alternative zu einer ökonomisch sinnvollen, sozial stabilen und ökologisch nachhaltigen Demokratie gibt.“ Auch sein Bekenntnis zur Bildung - „Sie ist für Sozialdemokraten ein Menschenrecht“ - und zum Sozialstaat fand großen Beifall. Stehende Ovationen am Ende. Bevor eine neue Gesprächs- und Fragerunde eröffnet wurde mit Müntefering, mit Christoph Strässer und mit SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel als Moderator. Bevor sich Müntefering unters Volk im Speicher mischte. Bevor er am Abend noch zurück nach Berlin gefahren wurde. Quelle Text: Echo Münster, Bruni Frobusch Quelle Bild: Christoph Strässer, MdB