Christoph Strässer

24.02.2009

„Die im Iran inhaftierten Bahai-Mitglieder müssen ein rechtsstaatliches Verfahren erhalten“

Im März und im Mai 2008 wurden sieben Mitglieder der Religionsgemeinschaft Bahai im Iran festgenommen, ohne dass gegen sie eine formelle Anklage erhoben worden wäre. Mittlerweile bereitet man eine Anklage gegen sie wegen „Spionage für Israel“, „Beleidigung religiöser Gefühle“ und „Propaganda gegen die islamische Republik“ vor, was bei einer Verurteilung die Verhängung der Todesstrafe bedeuten könnte. Dies erfuhr Christoph Strässer in einem Gespräch mit der Vertreterin des Nationalen Geistigen Rates der Bahai, der Münsteranerin Dr. Nicola Towfigh. „Die inhaftierten Bahai werden ihrer Menschenrechte und ihrer Freiheit beraubt. Die Teheraner Staatsanwaltschaft muss ein rechtsstaatliches Verfahren garantieren und muss die absurden Anklagepunkte fallen lassen. Wichtig ist, dass eine anwaltschaftliche Vertretung ermöglicht wird und die Weltöffentlichkeit die iranische Regierung auffordert, die Menschenrechte der Inhaftierten zu gewährleisten“ so Christoph Strässer gegenüber Dr. Towfigh. Die inhaftierten Bahai-Mitglieder gehören zur Führungsspitze der Bahai, die sich, so Dr. Towfigh, mit Kenntnis der iranischen Regierung, seit Jahren um die Aufrechterhaltung einer sozialen „Verwaltung“ der über 300.000 iranischen Bahai-Mitglieder bemühen. Die im Teheraner Evin-Gefängnis einsitzenden Bahai warten seit nunmehr acht Monaten auf die Anklage. In dieser Zeit war ihnen, nach Auskunft der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, jeglicher Kontakt zu ihrer Anwältin, der Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi verwehrt.