Christoph Strässer

09.02.2009

Lebensqualität bis zuletzt

Es wäre auch mein Wunsch, so lange wie möglich begleitet zu werden, erzählte Sabine Haunhorst und begründete damit zugleich ihr Engagement für die Hospizbewegung: Viele Menschen sterben heute nicht mehr in der Familie, sondern alleine. Aber auch diese Menschen müssen und sollen begleitet werden - wie ihre Angehörigen. Die Zuhörer hatten den Vortragssaal des Gesundheitshauses am Donnerstagabend komplett gefüllt. Allein diese Tatsache zeigte, dass es ein großes Interesse an der Palliativmedizin und der Hospizbewegung gibt. Lebensqualität bis zuletzt - gesundheitspolitische Rahmenbedingungen für Leben und Sterben in Würde lautete das Thema der Diskussionsveranstaltung, zu der Christoph Strässer eingeladen hatte. In seinen Begrüßungsworten betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete die Bedeutung, die der Palliativmedizin zukommt. Deshalb sei er froh über das bereits 2007 beschlossene Gesetz, mit dem u.a. die ambulante Palliativversorgung als Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung geregelt worden ist. Strässer: Dieses hervorragende Gesetz muss nunmehr schleunigst umgesetzt werden. Die Krankenkassen sind gefordert, auskömmliche Verträge einheitlich für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung abzuschliessen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Beanka Ganser, konnte auch die Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes, Dr. Birtgit Weihrauch, sowie die Vorsitzende der Hospiz-Bewegung Münster, Dr. Sabine Haunhort, begrüßen. Alle Redner verdeutlichten den Wunsch, dass man eine engere Zusammenarbeit der verschiedenen Dienste herstellen müsse: So sei eine umfassende Betreuung viel eher zu gewährleisten, wenn Ärzte, Pflegedienste, Hospiz und die alltäglichen Versorgungsdienste Hand in Hand arbeiteten, wie Dr. Birgit Weihrauch erklärte: Es muss ein umfassendes Netzwerk aufgebaut werden. Die Experten betonten zudem einhellig die Bedeutung der ehrenamtlichen Hilfe: So sei die Hospiz-Bewegung als Bürgerbewegung gestartet und lebe noch immer von der Unterstützung vieler unentgeltlicher Helfer. Und auch in Münster gebe es viele ehrenamtliche arbeitende Hände im Hospiz-Bereich, die unentbehrlich sind.