Christoph Strässer

19.07.2007

Libyen hebt Todesurteile gegen Bulgarinnen auf

Am Dienstag entschied der Oberste Justizrat der Libysch-Arabischen Dschamahirija, die Todesurteile gegen sechs bulgarische Staatsangehörige in Verbindung mit den HIV/AIDS-Infizierungen im Krankenhaus von Benghazi im Jahr 1999 in Freiheitsstrafen umzuwandeln. Das nächste Ziel muss es sein, eine Lösung zu finden, dass die Veruerteilten baldmöglichst nach Bulgarien ausreisen können. Zwischen den beiden Ländern besteht seit den achtziger Jahren ein Auslieferungsabkommen. Die Verurteilten könnten demnach ihre Haftstrafe in ihrer Heimat verbüßen. Christoph Strässer zeigte sich zwar erleichtert über die Entscheidung, die Todesurteile aufzuheben, war aber enttäuscht, dass die Verurteilten weiter lebenslang in haft bleiben sollen. Deutschland, der Europarat und die Europäische Union bemühen sich seit Jahren um die Freilassung der Verurteilten. Dem seit 1999 inhaftierten medizinischen Personal wurde vorgeworfen, über 400 Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Virus infiziert zu haben. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch eindeutig belegt, dass das Virus bereits in der Klinik in Bengasi vorhanden war, bevor die Verurteilten dort ihre Arbeit begonnen hatten.