Christoph Strässer

21.09.2007

Lateinamerika weiterhin im Fokus der Menschenrechtler

Die gesamte Region Lateinamerikas steht im Fokus des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Dieses Jahr wird der Ausschuss deshalb vom 24. September bis zum 1. Oktober 2007 eine sechsköpfige Delegation nach Kolumbien und Peru entsenden. In Kolumbien gibt es seit Jahren die gemischte Problematik aus Drogenanbau und –handel, Entwaffnung und Re-Integration von Paramilitärs und Rebellenorganisationen, Opferversöhnung und Re-Migration sowie Entschädigung der Binnenvertriebenen. Die sehr facettenreiche und komplexe Situation in Kolumbien muss auch vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die Regierung Uribe sich seit viereinhalb Jahren bemüht, gemeinsam mit den USA, aber auch mit der Europäischen Union und Deutschland Lösungswege für die Probleme im Land zu finden. Die Abgeordneten werden sich mit Vertretern der kolumbianischen Regierung, des Parlaments sowie Vertretern der Zivilgesellschaft, vor allem Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtsaktivisten, politischen Stiftungen und internationalen Organisationen treffen. Ein Schwerpunkt bei den Gesprächen wird dabei auch die Arbeit der Versöhnungskommission und die Ergebnisse des nationalen Re-Integrationsprogramms für Paramilitärs sein. In Peru wird es ebenfalls darum gehen, die Probleme mit Drogenanbau und –handel zu beleuchten, sich über die Umsetzung der Empfehlungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission zu informieren und sich darüber ein Bild zu verschaffen, mit welchen Programmen die Regierung gegen die wachsende Armut in der Bevölkerung vorgeht, von der im zunehmenden Maße Kinder und Jugendliche betroffen sind. Darüber hinaus werden sich die Abgeordneten vor Ort ein Bild davon machen, wie die Aktivitäten der humanitären Hilfe angesichts des Erdbebens Ende August 2007 voran gehen. Thematisiert werden soll in Peru ferner der Schutz der indigenen Völker sowie Arbeits- und Umweltschutzprobleme in den Gold- und Kohleminen des Landes.