Christoph Strässer

06.11.2006

„Nicht alles in einen Pott werfen“

Eine komplizierte Materie ruft für gewöhnlich gegensätzliche – manchmal auch polemische – Meinungen auf den Plan. Zu Diskussionen über die Gesundheitsreform lud die Techniker Krankenkasse (TK) in das Agora-Tagungshotel. Er sei es gewohnt, für ein heikles Thema wie die Gesundheitsreform „verhauen“ zu werden, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer. Man müsse aber sauber differenzieren „und nicht alles in einen Pott werfen“. So stimme er in Sachen „Gesundheitsfonds“, in den ab 2007 Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge sowie ein Steuerzuschuss fließen sollen, den Bedenken der TK zu. Bei den Beitragssatzregelungen der Bundesregierung seien überdies „intensive Nachbesserungen erforderlich“. Den kritisierten Risikostrukturausgleich halte er indes noch immer für „verträglich“, so Strässer. Ohne ihn, lautete seine Argumentation, könnten die Beitragssätze vielleicht noch drastischer steigen. Dr. Stefan Romberg (FDP) sieht das Gesundheitssystem „auf dem Weg in die Einheitskasse“, folge man einer Kanzlerin, „die den Gesundheitsfonds noch aus der DDR kennt“. Harter Tobak, der im Konferenzsaal bedächtiges Schweigen auslöste. Etwas sanftere Töne schlug Rüdiger Sagel von den Grünen an: „Ihnen geht es nur um die völlige Privatisierung danach wird alles teurer“, sagte er an Rombergs Adresse. Auch wenn Sagel nach eigenem Bekunden „kein ausgewiesener Experte“ in Gesundheitspolitik sei, sieht er in dem Reformvorhaben keine Lösung. „Wir entfernen uns vom Solidarprinzip“, so der Landtagsabgeordnete. Quelle: Westfälische Nachrichten vom 6. November 2006