Christoph Strässer

24.05.2006

Münster greift ein: Zeichen gegen braune Gewalt

Sie werden gejagt, geschlagen, gequält. Werden brutal attackiert - wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Gesinnung, ihrer Zivilcourage. Nein – nicht in der Westfalen-Stadt, aber anderswo geschieht es. Und weil die Geschädigten neofaschistischer Gewalthandlungen häufig zeitlebens unter den schweren Verletzungen zu leiden haben, gründete Georg Hundt, Betreiber der Radstation, den Benefiz-Fonds „Münster greift ein. Ein Aufruf, der in Potsdam ansässigen Initiative Opferperspektive ganz gezielt Spenden zu überweisen. Wie Jonas Frykman, einer aus dem Kreis der Mitarbeiter, gestern erläuterte, wird Klienten bei der Bewältigung extremistischer Übergriffe „ bestmögliche Hilfe „ zuteil – sei es durch ärztliche, psychologische, politische oder juristische Begleitung. Aus bescheidenen Ansätzen entstand mittlerweile eine Art Menschenrechtsorganisation, die durch umfassendes Engagements einerseits, durch individuelle Beratung andererseits 180 bis 200 Betroffene jährlich wieder stark zu machen versucht. „ Nur dank finanzieller Zuwendung Dritter „, betonte Frykman, „ist diese Arbeit möglich“ – denn die staatlichen Fördermittel reichen offenbar nicht aus. Gerade deswegen fühlt sich Hundt aufgefordert, Zeichen der Solidarität zu setzen. Bereits anlässlich seines 50.Geburtstages bat er anstelle von Geschenken um einen Obolus für „Opferperspektive“. Seitdem existiert zwischen den Protagonisten ein enger Kontakt. Der verbindet den Ideenstifter auch mit Christoph Strässer, münsterscher SPD-Bundestagsabgeordneter. Bei gemeinsamen Gesprächen überlegten sie, weitere Unterstützer und Mitwirkung zu bitten .Inzwischen gehören auch die zwei hiesigen Parlamentarier Ruprecht Polenz (CDU), Winni Nachtwei (Die Grünen), der Schauspieler Leonard Lansink, Sozialdezernentin Dr. Agnes Klein sowie die Werbe-Fachleute Anja Eithoff und Jens Kalifelz zum Kreis derer, die ihren Beitrag zur Bekämpfung rechtsradikaler Gräueltaten leisten, dass die in erschreckender Weise zunehmen, daran ließ Strässer keinen Zweifel. Mehr denn je gelte es daher den Braunen entgegen zu treten. …………………………………………………………………………………………………………………. Gelder können eingezahlt werden bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Potsdam, Spendekonto 350 202 3041 – Kennwort: „Münster –greift-ein“.