Christoph Strässer

02.01.2006

Die Gesundheitsreform wirkt

Die Bundesgesundheitsministerin erklärt: „Als vor zwei Jahren die Gesundheitsreform in Kraft trat, wurde sie allein auf die Praxisgebühr und Zuzahlungen reduziert. Heute ist unbestritten, dass durch die Reform verkrustete Strukturen verändert und die Weichen für das deutsche Gesundheitssystem neu gestellt wurden. Mit der Gesundheitsreform haben wir vor allem die Qualität des Gesundheitswesens verbessert. So gibt es bereits 6100 zugelassene Behandlungsprogramme für chronisch Kranke, so genannte Disease-Management-Programme. Sie bringen den Patientinnen und Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung und damit einen Zuwachs an Lebensqualität. Rund 1,9 Millionen Versicherte mit chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Brustkrebs, koronaren Herzkrankheiten, Asthma bronchiale und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen sind aktuell in den von den Kassen angebotenen Programmen eingeschrieben. Im September dieses Jahres gab es 1407 Verträge zur integrierten Versorgung, die Dank einer engmaschigen Kooperation von Klinikärzten, niedergelassenen Medizinern sowie weiteren Gesundheitsberufen eine bessere und effizientere Versorgung von Patientinnen und Patienten ermöglichen. Inzwischen arbeiten 971 Ärztinnen und Ärzte in 270 medizinischen Versorgungszentren und nutzen auf diese Weise eine Option der Gesundheitsreform. Tendenz steigend. In elf Bundesländern können sich Patientinnen und Patienten in ein Hausarztsystem einschreiben. Damit haben im Januar 2006 über 23 Millionen Versicherte die Möglichkeit, ihren Hausarzt als ‚Lotsen im System’ zu nutzen. Krankenkassen können Versicherte, die sich in ein Hausarztmodell einschreiben, mit einem Bonus belohnen. Bonusprogramme für Versicherte sind inzwischen weit verbreitet. So wird etwa die Teilnahme an einer Rückenschule oder der Besuch eines Rauchentwöhnungskurses von den Kassen zum Beispiel mit Zuzahlungsermäßigung belohnt. Rund 2,5 Millionen Versicherte haben sich bereits in die unterschiedlichsten Programme eingeschrieben. Mit der Gesundheitsreform wurden auch die Patientenrechte deutlich gestärkt. Erstmals gibt es seit 2004 mit Helga Kühn-Mengel eine Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus arbeiten seit zwei Jahren erstmals im Gemeinsamen Bundesausschuss Patientenvertreterinnen und -vertreter an den Richtlinien für die medizinische Versorgung mit. Über ein qualifiziertes Antrags- und Mitberatungsrecht werden Patienteninteressen so in die Entscheidungen des Ausschusses einbezogen. Die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung hat sich deutlich verbessert. Viele Krankenkassen haben in den vergangenen zwei Jahren ihre Beitragssätze gesenkt, über 35 Millionen Versicherte profitieren davon. Schritt für Schritt konnten die Schulden abgebaut werden. Ende September waren 65 Prozent der rund 260 Krankenkassen schuldenfrei. Im Jahr 2003 waren dagegen noch mehr als zwei Drittel der 322 Kassen verschuldet. Das ist ein Erfolg und eine gute Ausgangsbasis für die Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung, die wir 2006 planen.“