Christoph Strässer

05.09.2005

Bundeskanzler: Klarer Sieger im TV-Duell

Bundeskanzler Gerhard Schröder ist als klarer Sieger aus dem TV-Duell am Sonntagabend hervorgegangen. Das bestätigen alle vier von den verschiedenen Fernsehanstalten beauftragten Institute. Bei der Befragung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF nannten 48 Prozent Schröder und nur 28 Prozent Merkel als Gewinner. Das Forsa-Institut, das für RTL 2.000 Zuschauer befragte, ermittelte sogar 54 Prozent für Schröder und 31 Prozent für die CDU-Vorsitzende. Nach einer weiteren Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD lag Schröder auch dort klar vorne. 49 Prozent fanden den Kanzler überzeugender, 33 Prozent Unionskandidatin Merkel. Das Emnid-Institut schließlich registrierte für die Sender Sat.1 und N24 bei einer Befragung noch während der laufenden Fernsehdiskussion 52 Prozent für den Kanzler als Sieger und 32 für seine Gegenkandidatin. Noch eindeutiger hat Gerhard Schröder bei den unentschiedenen Wählern gewonnen. Für die Forschungsgruppe Wahlen hat Schröder in dieser Zielgruppe mit 58:16 gepunktet. Infratest-dimap für die ARD sieht den Kanzler mit 56 Prozent zu 19 Prozent vorn. Es kann jetzt ein bisschen knapper werden als erwartet, vermutet Richard Hilmer von Infratest am Montagmorgen in der ARD. Den Sieg des Kanzlers bestätigen auch prominente Zuschauer aus Politik, Sport und Showbusiness, die das Duell direkt in Adlershof verfolgt haben. Für den SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering haben Merkels Äußerungen zur Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik nichts mehr mit sozialer Marktwirtschaft zu tun. Sie habe deutlich gemacht, dass unter den vom Unions-Steuerexperten Paul Kirchhof gemeinten „Leistungsträgern“ vor allem „die Millionäre“ gemeint seien. Von einer Entzauberung Kirchhofs spricht der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck. Als einen kräftigen Schub für die Aufholjagd des Bundeskanzlers und der SPD sieht der SPD-Bundesgeschäftsführer, Kajo Wasserhövel, das TV-Duell. Für den stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden, Kurt Beck, hat Schröder wie ein Kanzler gesprochen, Frau Merkel wie eine Wahlkämpferin. Schröder habe widerlegt dass Rot-Grün gescheitert sei, denn er habe sich als handlungs- und führungsstarker Staatsmann präsentiert, urteilt der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. Ludwig Stiegler, Vorsitzender der Bayern-SPD und Mitglied des Parteivorstandes, ergänzte: „Diese Diskussion zeigt: Einen solchen Kanzler tauscht man nicht gegen Frau Merkel aus.“ Schröders TV-Auftritt überzeugt auch Künstler, Sportler und Schriftsteller Das sieht auch die Journalistin und Schriftstellerin Wibke Bruhns so: „Ich denke, wir haben da schon den richtigen Kanzler“, lautet ihr Fazit der Diskussion. Für den Unternehmer Ulrich Bettermann ist Gerhard Schröder kompetenter aufgetreten, als seine Kontrahentin. Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm hofft, dass nach der souveränen Leistung von Gerhard Schröder, „viele Menschen, die noch unentschlossen waren, sich überzeugen ließen und dann auch das Kreuz bei der SPD machen.“ Für den Schauspieler Walter Sittler hat der Kanzler „die Politik klar dargestellt und gesagt, wo die Versäumnisse liegen.“ Außerdem habe die CDU kein Bekenntnis zu einer nicht aggressiven Friedenspolitik abgegeben. Der Musiker Sebastian Krumbiegel, Frontmann der Band „Die Prinzen“, hält die Bundestagswahl jetzt für offener denn je. Es werde ja immer suggeriert, die Wahl sei gelaufen, so Krumbiegel. Davon solle sich die Bevölkerung nicht verunsichern lassen. Sein Kollege Klaus Meine, Sänger der Scorpions lobte: „Schröder war sehr professionell, er war authentisch und man hat deutlich gespürt, dass er bei all den Themen 100% hinter seiner Politik steht. Ich glaube dem Kanzler einfach.“ Die Schauspielerin Esther Schweins urteilt: „ Ich war und bin sehr zufrieden mit dem Kanzler und hoffe, dass ich es auch noch weiter sein kann.“ Eine Analyse des TV-Duells mit ausführlichen Hintergrunsinformationen, Video-Mitschnitten und Kommentaren unabhängiger externer Experten finden Sie auf www.vorwaerts-extra.de, einem Angebot der Vorwärts Verlagsgesellschaft.