Christoph Strässer

30.08.2005

Integration sozial gestalten

Deutschland ist ein Einwanderungsland – darüber waren sich die knapp 50 Gäste einig, die zu einer Diskussionsveranstaltung ins Bennohaus gekommen waren. Christoph Strässer, Bundestagsabgeordneter der SPD hatte eingeladen, gemeinsam mit dem SPD-Europaabgeordneten Vural Öger über das Thema Zuwanderung und Integration zu diskutieren. „Augen zu vor Einwanderung – mit dieser Politik der Kohl-Regierung konnte es nicht mehr weitergehen“, kritisierte Strässer. „Durch diese falsche Politik wurden wertvolle Jahre verschenkt, die zur Integration der in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten hätten genutzt werden können. Wir haben jetzt nachgeholt, was lange Zeit verschlafen wurde.“ So waren sich in einer ersten Bilanz Vural Öger, erfolgreicher Unternehmer türkischer Herkunft und Christoph Strässer einig, dass das neue Zuwanderungsrecht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sei, aber noch viel getan werden müsse, um die Integration weiter zu fördern. Erst die SPD-Regierung habe ein modernes Zuwanderungsrecht geschaffen, durch das der Zuzug von Einwanderern nach Deutschland gesteuert werde. Zuwanderung werde unter Berücksichtigung der Aufnahme- und Integrationsfähigkeit und der arbeitsmarktpolitischen Interessen Deutschlands gestaltet – „aber eben auch in Erfüllung humanitärer Ansprüche, die sich aus seiner Geschichte ergeben“, waren sich die beiden Menschenrechtspolitiker einig. Christoph Strässer begrüßte außerdem die Reglung, dass neuerdings auch Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts verfolgt werden, in Deutschland Zuflucht finden. Beide Politiker machten deutlich, dass die sozialdemokratische Integrationspolitik, die auf Verständigung und Toleranz baut, die richtige Alternative zur konservativen CDU Politik sei. So sprachen sich beide Politiker für frühe Sprachkurse, Aufklärung der Eltern, aber auch eine Öffnung der deutschen Gesellschaft aus. Immigranten müssten alle Möglichkeiten erhalten, sich als Teil der Gesellschaft zu fühlen. „Es gibt keine dummen Menschen, sondern nur Menschen, die Chancen erhalten oder Menschen, die alleine gelassen werden“, so Vural Öger. Daher war ein Schwerpunkt der Diskussion auch, mit welchen Projekten die Integration weiter und effektiver gefördert werden kann.