Christoph Strässer

16.03.2005

Klasse 10 des Annette-Gymnasiums trifft Christoph Strässer

Eine Klasse 10 des Annette-Gymnasiums hat sich am vergangenen Montag zu einem Gespräch mit Christoph Strässer, SPD-MdB, getroffen. Im Rahmen einer mehrtägigen Studienreise nach Berlin war auch Zeit für einen kleinen Plausch im Paul-Löbe-Haus. Nachdem die Gruppe mit einer französischen Partnerklasse während einer Führung durch den Reichstag erste Eindrücke der parlamentarischen Arbeit sammeln konnte, gewährte Christoph Strässer dann einen Blick hinter die Kulissen. Montags Ankunft, dienstags Arbeitsgemeinschaften, mittwochs Ausschüsse, donnerstags und freitags Plenum: So sieht die Woche eines Abgeordneten aus. Dass man als Parlamentarier nicht selten einen vierzehn-Stunden-Arbeitstag absolvieren muss, sorgte ebenso für Verwunderung wie die Tatsache, dass nur selten alle Plätze im Plenum besetzt sind. Die Schüler löcherten den Abgeordneten munter mit ihren Fragen: „Warum sitzen immer nur so wenige Abgeordnete im Parlament? Haben Sie noch einen Nebenjob? Kann man als einzelner Volksvertreter überhaupt seine Position durchsetzen? Darf man im Plenum essen und trinken?“ Essen und Trinken sind im Plenum selbstverständlich verboten, nicht einmal seine Jacke darf der Abgeordnete über die Stuhllehne hängen, es herrscht ein strenges Regime. Dass nur selten alle Abgeordneten gleichzeitig im Plenum sitzen, sehe zwar unschön aus, so Strässer. Die Hauptarbeit wird jedoch in den Arbeitsgruppen und Ausschüssen geleistet. Deswegen spricht man gelegentlich auch von einem Arbeitsparlament. Auch bei Abstimmungen im Plenum sind dann meist nur die Mitglieder der betreffenden Ausschüsse anwesend. „Aber manchmal brauchen wir die absolute Mehrheit, dann treibt uns unser „Einpeitscher“ per Haussprechanlage ins Parlament“, erklärt Strässer mit einem Augenzwinkern die Abstimmungsabläufe. Vertritt man in seiner Partei eine Minderheitenmeinung, kann es schon mal vorkommen, dass man zurückstecken muss. Um heilloses Chaos und Beschlussunfähigkeit zu vermeiden, müssen sich die Fraktionen intern auf einheitliche Positionen einigen. Bei bestimmten Abstimmungen, z. b. der zur Patientenverfügung, sind die Abgeordneten nur ihrem Gewissen verpflichtet und frei von Fraktionsdisziplin. Nebenjobs sind für Strässer undenkbar, seinen Beruf als Anwalt lässt er seit seiner Direktwahl ruhen. Seine Abgeordnetentätigkeit lasse ihm eigentlich keine Zeit, noch eine Nebentätigkeit auszuüben.