Christoph Strässer

01.02.2005

"Wir sind alle aufgefordert zu handeln"

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul grüßte per Video-Botschaft aus Berlin beim Neujahrsempfang der SPD in der neuen städtischen Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst im Atelierspeicher II am Hafen. Über 400 Vertreter aus Politik, Vereinen und Verbänden gaben sich hoch über den Dächern von Münster ein Stelldichein im Zeichen der Politik, der Kunst " und der Sintflut in Südasien. Eines habe die beispiellose Mobilisierung der Hilfsbereiten gezeigt: Es gebe nicht nur eine Globalisierung der Märkte sondern auch eine Mobilisierung der Mitmenschlichkeit. Ein großes Lob hatte die Ministerin für das Projekt "Münster hilft Nias", für die schnelle Reaktion der Stadt, für die Bündelung der Kräfte in einem konkreten Projekt. Fraktionschef Wolfgang Heuer hatte zuvor die Gäste begrüßt und in Bezug auf den Ort des Empfang bedauert, dass die Kulturpolitik in Münster seit Scheitern der Kulturhauptstadt-Bewerbung Lähmungserscheinungen zeige. Auch Münsters SPD-Chef Christoph Strässer sprach die Flutkatastrophe an: "Wir müssen uns klar machen, dass wir in einer Welt leben und Verantwortung tragen auch für die Teile unserer Erde, wo Menschen in bitterer Armut leben und täglich ums Überleben kämpfen." Vor dem Hintergrund müsse es umso mehr wütend machen, wenn Rechtsextreme in Deutschland in Parlamenten wieder eine Plattform für ihre menschenverachtenden Parolen gefunden haben. "Wir sind alle aufgefordert, nicht nur zu zürnen, sondern mehr denn je zu handeln." Kuratorin und Hausherrin Gail B. Kirkpatrick erläuterte das Konzept der Halle für zeitgenössische Kunst, ein Ausstellungsort und Laboratorium zugleich.Christoph Strässer, Wolfgang Heuer, die Landtagskandidatinnen Dr. Anna Boos und Svenja Schulze sowie Alt-Bürgermeister Fritz Krüger schließlich griffen zur Büchse und sammelten für ein Haus auf Nias. Münsters SPD plant im Rahmen des städtischen Projektes nachhaltige Hilfe durch den Bau. Kostenpunkt: 5000 Euro. Mit den Spenden der Gäste des Empfangs in Höhe von 1150 Euro wurde gestern das Fundament dafür gelegt.