Christoph Strässer

17.06.2009

Gewinner sind die Menschenrechte

Die Siegerinnen und Sieger des bundesweiten Fotowettbewerbs „zoom human rights“ stehen fest. Der erste Preis in der Kategorie „Reportage“ geht an den 22-jährigen Yannik Willing aus Essen, der erste Preis in der Kategorie „Konzept“ an den 22-jährigen Gabriel Hensche aus Heilbronn. Die Jury vergab je 10 Hauptpreise in den Kategorien „Reportage“ und „Konzept“. Sie sichtete am vergangenen Wochenende insgesamt 221 Fotos. Anlass des Fotowettbewerbs war der 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 2008. Die Jury hatte die eingereichten Arbeiten daher vor allem nach ihrem Bezug zu den Menschenrechten zu beurteilen. Hinzu kam die Bewertung der Bildäs-thetik sowie der technischen Umsetzung. Die Veranstalter, das Deutsches Institut für Menschenrechte und das Deutsche Jugendherbergswerk, zeigten sich nach der Jurysitzung sehr zufrieden mit der Entscheidung: Gerhard Koller, stellvertretender Bun-desvorsitzender des Jugendherbergswerkes: „Die Vielfalt der Themen und der Ideenreichtum bei der Umsetzung haben uns beeindruckt. Die Sichtung aller Fotos zeigte außerdem, dass mit dem Fotowettbewerb vor allem die Menschenrechte selbst gewonnen haben, denn sie sind dadurch wieder stärker in den Fokus jugendlicher Lebenswelten ge-rückt.“ Die drei Erstplatzierten in der Kategorie „Reportage“ sind: Yannik Willing (Jahrgang 1986 aus Essen) Motiv: „Iresha und Ashantha vor dem Haus“ Aus der Jurybegründung: „… als Teil einer Fotoserie entstanden, spie-gelt das Bild die Lebensrealität vieler Menschen in Sri Lanka wider. Wo sonst mitleidheischende Sujets dominieren, sind diesen Fotografien Au-thentizität und Empathie eigen…“ Marian Brehmer (Jahrgang 1991 aus Melle) Motiv: „Straßenkind“ Aus der Jurybegründung: „… Straßenkinder, Armut, Elend – das alles ist bekannt, bewertet, im visuellen Gedächtnis abgelegt. Insofern ist Elend in der so genannten Dritten Welt alltäglich – auch für uns. Das Foto be-rührt, gerade, weil es eine Situation beschreibt, die ist wie sie ist…“ Lena Gudd (Jahrgang 1986 aus Lilienthal) Motiv: „Sexuelle Gleichberechtigung“ Aus der Jurybegründung: „… ein Thema, das auch innerhalb der EU von großer Bedeutung ist, der zweite Blick ist hier entscheidend…“ Die drei Erstplatzierten in der Kategorie „Konzeptfoto“ sind: Gabriel Hensche (Jahrgang 1986 aus Heilbronn) Motiv: „Auf Augenhöhe“ Aus der Jurybegründung: „… ein gelungenes Plädoyer für Bildung als Mittel zur Überwindung von unterschiedlichen Startchancen…“ Jan Lassen (Jahrgang 1991 aus Halver) Motiv: „Artikel: Mensch; Preis: Unverkäuflich?!“ Aus der Jurybegründung: „… das Foto besticht durch seine perfekte technische Umsetzung. Thematisch verweist es auf einen aktuellen ge-sellschaftlichen Prozess: Wir gewöhnen uns immer mehr daran, persön-liche Informationen bedenkenlos preiszugeben…“ Elke Faßhauer (Jahrgang 1985 aus Dossenheim) Motiv: „Chancengleichheit“ Aus der Jurybegründung: „… das Bild ist sehr dynamisch und farbenfroh, die Würfel springen einem direkt ins Auge. Chancengleichheit ist aber kein Spiel, sondern ein Recht für alle, das immer wieder eingefordert werden muss…“ Die sechs Preisträgerinnen und Preisträger erwartet ein Profi-Workshop mit der Reportage-Fotografin Birgit Betzelt in Berlin. Die vollständige Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger (Plätze 1 bis 10 in beiden Kategorien), alle Fotos, Erläuterungen und User-Kommentare dazu sind noch bis Ende des Jahres unter www.zoomhumanrights.de zu sehen. Die Jury: Pauline Beaucé (organisiert Fotoausstellungen), Stefan Beckmann (Jugendnetzwerk Lambda e. V.), Birgit Betzelt (unabhängige Reportagefotografin), Gerhard Koller (stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Jugendherbergswerkes), Barbara Petersen (verantwortet das Projekt „Fotos für die Pressefreiheit“ von „Reporter ohne Grenzen“), Jessica Schüßel (Abiturientin) und Christoph Strässer (Mitglied im Bun-destagsausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Mitglied im Kuratorium des Deutschen Instituts für Menschenrechte). Bild: Siegerfoto in der Kategorie Reportage von Yannik Willing mit dem Titel "Iresha und Ashantha vor dem Haus". Quelle Text und Bild: Deutsches Institut für Menschenrechte.