Christoph Strässer

07.09.2004

Gemeinsam mit Amnesty international: Strässer fordert Aufhebung der Todesstrafe für Iraner

Mit der Bitte um Hilfe richtete sich der in Münster lebende Bruder des zum Tode verurteilten Esmaeil Mohammadi an Christoph Strässer. Strässer wandte sich daraufhin an den Botschafter der Islamischen Republik Iran in Berlin. „Wir fordern für Herrn Mohammadi ein faires und rechtsstaatliches Verfahren und die Aussetzung der Todesstrafe. Im bisherigen Verfahren gibt es einige Ungereimtheiten, insbesondere besteht die begründete Befürchtung, dass Herr Mohammadi durch die Androhung von Misshandlungen zu selbstbelastenden Aussagen genötigt wurde“, so die Begründung Strässers. „Ohnehin lehne ich die Todesstrafe als grausame und unmenschliche Strafe ab“. Esmail Mohammadi, Vater von fünf Kindern, wurde im Oktober 2002 im Iran festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, Mitglied der verbotenen Komala-Partei zu sein. Im Juli 2003 wurde er daraufhin zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde im August 2004 vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Berichten von amnesty international und dem Verein für politische Flüchtlinge zufolge konnten die vorgebrachten Anschuldigungen nicht eindeutig bewiesen werden. Dem Vorwurf, Mitglied in der Komala-Partei zu sein, stehe entgegen, dass Herr Mohammadi seit vielen Jahren nicht mehr politisch aktiv sei. Eventuell belastende Geständnisse stehen im Verdacht, durch Gewaltandrohung erzwungen worden zu sein. Der Prozess solle internationalen Standards für ein faires Verfahren nicht entsprochen haben; ein Rechtsbeistand und eine ausreichende richterliche Anhörung wurden nicht gewährt. Während der letzten acht Monate der Inhaftierung hatte Herr Mohammadi darüber hinaus keinen Kontakt zur Außenwelt. Die Familie musste in der Zwischenzeit in den Irak fliehen. Christoph Strässer, Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, bittet den iranischen Botschafter in Berlin angesichts dieser Umstände, das Urteil gegen Esmail Mohammadi überprüfen zu lassen.